Für deutsche Gefangene in Brasilien ist der Austausch mit Angehörigen u. Freunden wichtig. Ich möchte anregen, uns alle gemeinsam als Brückenbauer zu verstehen. Gefangene haben keine Brücken abgebrochen. Sie sind aktiv engagiert, mit euch, der "Außenwelt" Kontakt zu halten. Baut mit! Sendet Botschaften, fragt nach, kommentiert, äußert euch, sucht den Dialog mit Menschen in Haft, und untereinander!
Eine Kommunikationsplatform für alle, die verbunden bleiben wollen. Wolfgang Lauer
und sein Leben nicht in den Körper, sondern in den Geist verlegt,
dann könnt ihr ihn in Ketten legen hinter Eisengittern; er wird immer frei sein.
Leo Tolstoi
Bild: Gabriele
Zu Tolstoi „Geist oder Körper – Körper oder Geist?“
Warum habe ich das getan? Warum bin ich hierher gekommen? Blöde Frage!? Geist oder Körper? Schnelles Geld! Blöde Antwort, oder doch nicht blöd!? Hätte ich doch nur auf meine innere Stimme gehört, dann wäre ich jetzt nicht hier. Die hat mir doch gesagt, mach es nicht, es geht in die Hose. War es jetzt der Geist oder der Körper, oder beides, die da zu mir gesprochen haben? Und dann habe ich aus dem Bauch heraus entschieden. Geist oder Körper? Na, jetzt bin ich hier! Gefangen!
Hier ist mir eine Blume aufgegangen!
Auf dem Weg zur Arbeit sehe ich wunderschöne Pflanzen mit leuchtend lila Blüten, nicht eingepflanzt von Menschenhand. Nein, mit dem Wind oder den Vögeln hergeflogen, klettern sie die Gefängnismauer hoch und überall hin, ich schaue sie an und vergesse für Minuten die Mauern, die mich gefangen halten, die Mauern die gefangen halten, im mir selbst, durch körperliche Belange wie Eifersucht, Neid, Hass, Besitz, Vorurteile etc… aber fangen die nicht im Geist an? Körper oder Geist? Wenn ich die Blüten anschaue, vergesse ich für Minuten die Mauern, und ich fühle die Kraft, ich fühle die Ruhe, den Frieden, ich fühle die Schönheit, in mir, im Geist und im Körper, ich fühle die Kraft des Geistes, des Heiligen Geistes, der mich durchdringt und sich in mir manifestiert, der in mir ist und in jedem Menschen, und ich fühle mich frei hinter Gittern.
Iche vergesse für Minuten, wie sehr ich meine Familie, meine Freunde vermisse, die keinen Kontakt mit mir wollen weil ich sie angelogen habe, weil sie nicht verstehen können, wie ich so etwas machen konnte, und es tut mir in die Seele weh, sie nicht in die Arm nehmen zu können. Seele? Unsterblichkeit! Geist oder Körper? Ich werde sie wieder sehen! Ich bin stark! Der Geist in meinem Körper ist stark, der Heilige Geist im mir macht mich stark und es zu wissen und daran zu glauben macht mich frei, frei hinter Gittern - und Glaube versetzt Berge. Mich auch!!!!
Gabriele
PS. Es würde mich interessieren, was andere Menschen darüber denken. Schreibt mir! Danke
„Die Wüste - ein Busch ein Dornbusch.
Der brennt -
Heisser als heiss - Leidenschaft!
„Ich bin für dich entbrannt“
„Was in mir brennt,
wird mich nicht verzehren. Ob glühender Zorn
oder lodernde Leidenschaft
oder brennende Schuld. Gott, du bist hier Hier ist heiliges Land. Jetzt. Denn du bist unter uns.“
Brief von T.
„Wie versprochen hab ich mir ein paar Gedanken gemacht zu dem Bibeltext 2.Mose 3,1-12 (Anm. der Red.: Altes Testament, Text siehe weiter unten). Für mich geht es darin um folgende Aussage:
„EinBündnismitGott"
Der Bund zwischen Gott und Mensch ist anders als der Bund zwischen irdischen Wesen, in dem beide Partner gleichberechtigt sind. In dem Bund mit Gott gibt immer ER den Ton an, er wählt seine Bündnispartner aus, damit diese sein segnendes Handeln auf Erden umsetzen und verkünden. Durch kleine Wunder beweist Gott seine Macht und gibt seinen Bündnispartnern das Vertrauen und die Kraft, um ihre Bündnispflichten zu erfüllen.
Der Sinn des Bundes liegt in der Gemeinschaft zwischen Gott und den Menschen. Der Bund Gottes ist ein Bund der Liebe; nd Liebe kann nicht bestehen, wenn sie nicht erwidert wird. Gott verspricht beizustehen solange Bündnistreue besteht. Mir persönlich gibt genau dieser von Gott versprochene Beistand die Hoffnung und Kraft schwierige Situationen wie die derzeit durchzustehen und an die Zukunft zu glauben. Außerdem wird man gerade hier fast täglich durch einen Regenbogen am Himmel an das Bündnis mit Gott erinnert. Ich glaube daran, so wie ich an die Liebe glaube.
Viele Grüße T. PS: Der Gottesdienstsollte unter dem Zeichendes Regenbogensabgehalten werden.“
TEXT 2. Buch Mose, Kapitel 3, Verse 1-12
Mose hütete damals die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Eines Tages trieb er die Herde von der Steppe hinauf in die Berge und kam zum Horeb, dem Berg Gottes. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme, die aus einem Dornbusch schlug. Als Mose genauer hinsah, bemerkte er, dass der Busch zwar in Flammen stand, aber nicht niederbrannte."Merkwürdig", dachte Mose, "warum verbrennt der Busch nicht? Das muss ich mir aus der Nähe ansehen."Der Herr sah, dass Mose sich dem Feuer näherte, um es genauer zu betrachten. Da rief er ihm aus dem Busch zu: "Mose, Mose!" "Ja, Herr", antwortete er."Komm nicht näher!", befahl Gott. "Zieh deine Sandalen aus, denn du stehst auf heiligem Boden! Ich bin der Gott deiner Vorfahren, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs." Mose verhüllte sein Gesicht, denn er hatte Angst davor, Gott anzuschauen. Der Herr sagte: "Ich habe gesehen, wie schlecht es meinem Volk in Ägypten geht, und ich habe auch gehört, wie sie über ihre Unterdrückung klagen. Ich weiß, was sie dort erleiden müssen. Darum bin ich gekommen, um sie aus der Gewalt der Ägypter zu retten. Ich will sie aus diesem Land herausführen und in ein gutes, großes Land bringen, in dem Milch und Honig fließen. Jetzt leben dort noch die Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter.
Ja, ich habe die Hilfeschreie der Israeliten gehört; ich habe gesehen, wie die Ägypter sie quälen. Darum geh nach Ägypten, Mose! Ich sende dich zum Pharao, denn du sollst mein Volk Israel aus Ägypten herausführen!" Aber Mose erwiderte: "Ich soll zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten herausführen? Wer bin ich schon?" antwortete: "Ich stehe dir bei und gebe dir ein Zeichen.
„Ich kenne besondere Orte.
Ich wandere von einem in den andern.
Mein Geburtsort.
Mein Lernort, sprich Schule.
Berggipfel in schwierigem Gelände
Sao Paulo – Deutschland – Sao Paulo
Sie sind verbunden mit Besonderem in meinem Leben..
Standorte besonderer Art.
Und nun: Gottes Leidenschaft für mich?
Liebe, die nicht verzehrt, ein Standort für mich?“
Offene Fragen einer 'Pilgerin'
Inge
Stimmen
„Letzten Sonntag wartete ich vorne in der Kirche,
rechts an die Wand gelehnt,
auf die zweite Runde zum Abendmahl.
Und dann, plötzlich, spricht die Wand zu mir. Ich erschrak, da ich von dort nichts erwartete.
Es war nicht die Wand, die zu mir sprach, auch nicht Gott, sondern die Stimme des Pastors aus dem Lautsprecher.
Leicht zu erklären.“ Inge
(TEXTE von Gefangenen der Haftanstalt Itaí, Brasilien, und Gemeindegliedern aus einem Gottesdienst der Friedenskirche / Igreja da Paz am 13.2. 2011 in Sao Paulo /Santo Amaro.
http://luteranos.com.br/santoamaro/)
Zufällig stolperte ich über dieses Lied von Elvis. Ich möchte es an euch weitergeben.
Ihr legt euch ja, sozusagen, schon hin als Brücken für eure Partner, Freunde, Väter, Mütter, Töchter, Söhne und Geschwister in Itaí, Avaré und Carandiru, Sao Paulo, einschließlich für die beiden, die auf Bewährung aber noch nicht frei sind. Damit sie alle aus der Enge heraustreten und wieder ihre Wege gehen können - mit euch, von euch getragen, unterstützt und geliebt.
Ich koordiniere ein kleines Freiwilligen Projekt "Grupo Carcerária", das die Begleitung von deutschen Strafgefangennen im Bundesstaat Sao Pauo, Brasilien, zum Ziel hat. Als langjähriger Mitarbeiter des Lutherischen Weltbundes in Genf habe ich international koordinierte Entwicklungsprojekte und Repatriierungen von Flüchtlinen in Ostafrika und im Südlichen Afrika durchgeführt. Seit 1996 wieder in Deutschland als Pastor der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers (u.a. in der Internetseelsorge) tätig, bin ich seit Juni 2009 in Sao Paulo als Pastor im Ehrenamt (pastor voluntário)an der hiesigen Friedenskirche (Igreja da Paz) aktiv.
Siehe auch: www.pastorwolf.blogspot.com (auf Portugiesisch)